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Rudi Lesser, Foto: Alf Trenk/FHXB Museum

Aquarellmaler, Radierer, Lithograf, Buchillustrator

Rudi Lesser

(1902 Berlin – 1988 Berlin)

Rudi Lesser ist in den 1920er Jahren Meisterschüler bei Hans Meid und engagiert sich in der linken Künstlervereinigung ASSO. Die Nazis zerstören 1933 das Atelier des Kommunisten jüdischer Herkunft. Er emigriert nach Dänemark, später Schweden und in andere westeuropäische Länder. Seit 1946 ist er in den USA ansässig. In Washington, D.C. beruft ihn die Howard Universität 1948 zum Professor für Druckgrafik. 1956 kehrt er desillusioniert nach Berlin zurück. Nun lebt Lesser in ärmlichen Verhältnissen in Kreuzberg – zeitweise direkt über der Kneipengalerie Leierkasten. In der Ost-Berliner Akademie der Künste erhält er auf Vermittlung seines Freundes Fritz Cremer die Möglichkeit Lithografien zu drucken. In seinen Arbeiten beschäftigt ihn zunächst das zerstörte Berlin – eine Anklage gegen den Krieg. In den Kreuzberger Künstlerkneipen ist er bis ins hohe Alter ein kaum zu schlagender Schachspielpartner. Sein künstlerisches Vermächtnis, das Volkmar Reichmann in jahrelanger Arbeit in einem Werkverzeichnis zusammengeführt hat, wartet noch auf (Wieder)Entdeckung.

 

Ausstellungen:

- 1931: Einzelausstellung, Galerie Gurlitt

- 1966: Kreuzberger Künstler, Kunstamt Kreuzberg in der Stadtbücherei Kreuzberg

- 1967: Grafik aus Kreuzberg, Kunstamt Kreuzberg im Rathaus Kreuzberg

- 1969: Verkäufliches & Unverkäufliches, Kunstamt Kreuzberg in der Stadtbücherei Kreuzberg

- 1970: Verkäufliches & Unverkäufliches, Kunstamt Kreuzberg im Rathaus Kreuzberg

- 1971: Verkäufliches & Unverkäufliches, Kunstamt Kreuzberg im Rathaus Kreuzberg

- 1975: Rudi Lesser, Galerie Taube

- 1978: Rudi Lesser. Radierung, Holzschnitt, Lithographie. 1921–1978, Kunstmuseum Düsseldorf, Galerie Franz Mehring Berlin, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück

- 2001: Rudi Lesser. 1901–Berlin–1988. Zum 100. Geburtstag, Galerie Taube

- 2012: Rudi Lesser 1902–1988. Graphik aus sieben Jahrzehnten, Galerie Taube

- 2014: Rudi Lesser. 1902–1988. Ein deutscher Künstler der Moderne. Verfolgt–Vergessen–Wiederentdeckt, Browse Gallery in der Marheineke Markthalle

- 2015: Traum und Wirklichkeit. Hans Meid und seine Schüler Felix Nussbaum, Rudi Lesser, Gunther Böhmer, Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Städtische Wessenberg-Galerie Konstanz

Bibliographie:

- Nepomuk Ullmann, Wo Efeu Erde zart umrankt. Gedichte von Nepomuk Ullmann, Illustrationen von Rudi Lesser, Berlin: Atelier-Handpresse 1974

- Rudi Lesser. Radierung, Holzschnitt, Lithographie. Werke 1921–1978, Ausst.-Kat. Kunstmuseum Düsseldorf 1978

- Straßengesichter. Grafik von Rudi Lesser, Ausst.-Kat. Rathaus Neukölln, Berlin 1982

- Rof Jessewitsch, Gerhard Schneider (Hrsg.), Verfemt – Vergessen – Wiederentdeckt. Kunst expressiver Gegenständlichkeit aus der Sammlung Gerhard Schneider, Köln: Wienand Verlag 1999

- Rudi Lesser. 1901–Berlin–1988. Zum 100. Geburtstag, Ausst.-Kat. Galerie Taube, Berlin 2001

- Klaus Märtens, Rudi Lesser 1902–1988. Graphik aus sieben Jahrzehnten, Ausst.-Kat. Galerie Taube, Berlin 2012

- Hanna Falk (Hrsg.), Traum und Wirklichkeit. Hans Meid und seine Schüler Felix Nussbaum, Rudi Lesser, Gunter Böhmer, Ausst.-Kat., Petersberg: Imhof Verlag 2015

Links:

https://www.wunderbar2gether.org/event/rudi-lesser-1902-1988-the-forgotten-and-rediscovered-artist

https://www.youtube.com/watch?v=gG8Bufmr8P8